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Zecken-Atlas 2020

Wo sich Zecken in Deutschland festsaugen

Im Frühling, Frühsommer und Herbst haben Zecken Hochsaison - auch in Corona-Zeiten. Die interaktive Karte zeigt, wo das Risiko, nach einem Zeckenstich an FSME oder Borreliose zu erkranken, besonders hoch ist.

Bei schönem Wetter zieht es die Menschen ins Freie - gerade jetzt in der Corona-Krise. Doch im grünen Dickicht der Parks und Wälder lauern Zecken. Die kleinen Blutsauger halten keinen Abstand und können durch ihren Stich die Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen. 2020 könnte es besonders viele geben, warnt das Deutsche Rote Kreuz (DRK).

Die interaktive Karte zeigt, wie viele der beiden Erkrankungen in den vergangenen fünf Jahren (2015-2019) an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet wurden - und damit, in welchen Gegenden Deutschlands das Risiko am höchsten ist.

Wo werden FSME-Viren übertragen?

Insbesondere FSME kann in ernsten Fällen lebensbedrohlich werden. Nach wie vor besteht vor allem in Süddeutschland erhöhte Gefahr, sich durch einen Zeckenstich mit FSME-Viren zu infizieren. FSME-infizierte Zecken sind auch in Teilen von Rheinland-Pfalz, in Hessen, Thüringen, Sachsen und dem Saarland aktiv. Erstmals ist im vergangenen Jahr mit dem Emsland ein Landkreis in Niedersachsen zum Risikogebiet erklärt worden - das bislang nördlichste.

2020 sind drei weitere im Osten dazu gekommen: Der Landkreis Meißen und die Stadt Dresden in Sachsen sowie der Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Alle nun 164 offiziellen Risikogebiete sind schraffiert auf der Karte dargestellt. Vereinzelt kommen FSME-Infektionen aber auch außerhalb dieser Gebiete vor, wie die Karte zeigt.

Wo ist die Borreliose-Gefahr am größten?

Während für FSME eine bundesweite Meldepflicht und damit ein gutes Bild über die Verbreitung besteht, werden Borreliose-Erkrankungen nur von neun Bundesländern gemeldet. Den Erreger können Zecken überall in Deutschland übertragen. Am höchsten ist die Gefahr laut der Zahlen im Osten des Landes - mit den meisten Fällen der letzten fünf Jahre in Dresden und der sächsischen Schweiz und hohen Werten in Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg.

Wann ist mit Zecken zu rechnen?

Die in der Bundesrepublik häufigste Zeckenart, der gemeine Holzbock, ist schon ab Temperaturen von etwa acht Grad Celsius aktiv und wartet an Grashalmen und Gebüschen darauf, sich an vorbeistreifenden Menschen und Tieren festzuklammern. Vor allem das Frühjahr, der Frühsommer und der Herbst gelten als Hochsaison. Gewöhnlich halten Zecken von November bis Ende Februar Winterruhe.

Allerdings beobachten Experten seit geraumer Zeit, dass sie wegen des Klimawandels und milder Winter ihre Aktivitäten ausweiten. Aufgrund des milden Winters kann es noch mehr Zecken als in den Vorjahren geben. Doch ein zu trockener Frühling stört die Entwicklung der Tiere. Denn grundsätzlich lieben die Blutsauger ein feuchtwarmes Milieu.

Wie stecken Zecken Menschen an?

Bei weitem nicht alle Zecken in Deutschland sind automatisch Krankheitsüberträger. Ein Risiko sind vor allem solche Zecken, die sich zuvor beim Blutsaugen an Wildtieren wie etwa Mäusen infiziert haben. Borreliose wird dabei von Bakterien ausgelöst, FSME von Viren. Beide können der Zecke selbst nichts anhaben.

In FSME-Risikogebieten tragen laut RKI etwa fünf Prozent der Tiere die Viren in sich. In Borreliose-Gebieten transportieren bis zu 30 Prozent der Zecken die Bakterien. Meist wird von einem Zeckenbiss gesprochen. Doch Zecken stechen eigentlich, saugen sich hartnäckig fest - und können so die Erreger an Menschen weitergeben.

Wie gefährlich ist Borreliose?

Borreliose-Bakterien sitzen vor allem im Darm der Zecken, bis diese von dort in die Beißwerkzeuge gewandert sind, vergehen mehrere Stunden. Wer die Zecke rechtzeitig entfernt, kann eine Infektion oft noch verhindern. Nur ein kleiner Teil der Menschen, die sich mit Borreliose infizieren, erkranken auch – laut RKI sind es nur bis zu 1,4 Prozent.

Bei ihnen macht sich die Infektion meist zunächst durch eine ringförmige Rötung um den Zeckenstich bemerkbar. Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit können folgen. Greifen die Bakterien das Nervensystem an, kann es zu brennenden Nervenschmerzen, Taubheitsgefühlen, Seh- und Hörstörungen kommen. Borreliose lässt sich mit Antibiotika behandeln. Ohne Behandlung können als Spätfolge Gelenkentzündungen auftreten.

Und wie gefährlich ist FSME?

FSME-Viren werden anders als Borreliose-Erreger sofort beim Zeckenstich übertragen. Sie warten in den Speicheldrüsen auf ihren Einsatz. Um unbemerkt saugen zu können, injiziert die Zecke schmerzstillende Stoffe mit ihrem Speichel, mit dem dann auch die Viren im Blut der Opfer landen. FSME-Erkrankungen sind deutlich seltener als Borreliose: 2019 registrierte das RKI bundesweit 445 Erkrankungsfälle. Insgesamt schwanken die FSME-Erkrankungen aber von Jahr zu Jahr.

Gegen FSME gibt es bislang keine Medikamente. Allerdings zeigen auch nicht alle Infizierten Symptome. Diese können noch bis zu 20 Tage nach dem Stich mit Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber beginnen. Das Fieber steigt bei solchen Infizierten, die Symptome zeigen in einer zweiten Welle oft nochmals an. Dann kann es zu ersten Anzeichen der Hirnhautentzündung kommen, etwa Erbrechen oder – in einigen Fällen – Bewusstseinsstörungen und Lähmungen, schlimmstenfalls der Atmung.

Was ist der beste Schutz?

Gegen FSME empfiehlt die Ständige Impfkommission für alle, die in Risikogebieten leben oder dort hinreisen eine Schutzimpfung. Für den vollen Schutz wird der Wirkstoff in der Regel drei Mal innerhalb eines Jahres gespritzt, danach wird zu einer Auffrischung alle drei Jahre geraten.

In Wald und Wiesen sollte man außerdem am besten lange, helle Kleidung tragen. Zudem könnten Insektensprays helfen, die Blutsauger fernzuhalten. Absuchen sollte man sich nach einem Waldspaziergang trotzdem.

Welche neuen Gefahren drohen?

Vereinzelt schon seit 2007, im vergangenen Jahr insgesamt 19 Mal in acht Bundesländern, wurde die Hyalomma-Zecke in Deutschland entdeckt, unter anderem in Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Sie ist sonst in Afrika und Asien verbreitet und etwa doppelt so groß wie andere hier heimische Arten.

Im Unterschied zu ihren Verwandten geht die Hyalomma-Zecke aktiv auf ihre Beute zu und ist an ihren gestreiften Beinen gut zu erkennen. Sie kann grundsätzlich auch Krankheiten wie das gefährliche Krim-Kongo-Virus übertragen. In Deutschland wurde der Erreger aber bislang nicht nachgewiesen.

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