Impffortschritt aktuell

Erste Impfung bis Booster: Impfquoten für Deutschland und die Bundesländer

Der Impfmonitor zeigt, wie Deutschland und die Bundesländer beim Impfen gegen Corona vorankommen, den Impffortschritt nach Alter, die Impfstoffe – und wie es im internationalen Vergleich aussieht.

Impffortschritt in Deutschland
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Stand: 30.11.

In Deutschland sind mittlerweile rund 0 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Das heißt aber auch, rund 83 Mio. Menschen sind zurzeit noch ungeimpft (100 Prozent). Allerdings sind darunter nicht nur Impfskeptiker. Für Kinder unter fünf Jahren war bis zum Herbst 2022 in Europa noch kein Impfstoff zugelassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt mittlerweile zwar auch Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren impfen zu lassen – aber nur bei Vorerkrankungen.

Damit bleiben insgesamt rund 79 Mio. Ungeimpfte, für die das Impfen generell in Frage kommt (noch 95 Prozent der Bevölkerung). Allerdings hat die STIKO zuletzt ihre allgemeine Impfempfehlung für die fünf- bis elfjährigen Kinder etwas relativiert: Gesunden Kindern wird nur noch eine Dosis empfohlen. Doch grundsätzlich gilt weiter: Für alle Altersgruppen ab fünf Jahren gibt es nur sehr wenige Gründe, die einer Corona-Impfung dauerhaft im Weg stehen, wie seltene Allergien gegen Bestandteile der Impfstoffe.

Seit Ende 2020 wird hierzulande geimpft. Es ist die größte Impfaktion, die es je in Deutschland gab. Das Ziel: zunächst der individuelle Schutz vor einer schweren Covid19-Erkrankung und schließlich die Ausbreitung des Virus weitgehend zu stoppen. Wie viele Menschen dafür durchgeimpft oder durch eine Corona-Infektion immunisiert sein müssten, ist noch nicht abschließend erforscht und ändert sich mit den Varianten des Virus.

Hospitalisierungen: So schützen Impfungen vor schweren Verläufen

Die Grafik zeigt die Inzidenzen der symptomatischen und hospitalisierten COVID-19-Fälle - nach Impfstatus und Alter. Das RKI berechnet diese Inzidenz unter Grundimmunisierten (geimpft), Personen mit Auffrischimpfung (geboostert) und Ungeimpften getrennt. Daten: RKI

Hinweis: Das RKI hat die wöchentliche Veröffentlichung im Mai eingestellt und aktualisiert die Daten nun alle vier Wochen.

Eine Impfung verringert zwar das Risiko deutlich, schützt aber nicht zwingend vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Insbesondere durch die Omikron-Variante war mit Rekordzahlen bei den Neuinfektionen auch die Zahl der Impfdurchbrüche gestiegen. Doch Impfungen schützen vor allem individuell vor schwereren Verläufen. Ungeimpfte haben ein höheres Risiko, wegen Corona ins Krankenhaus zu müssen. Das zeigt der Vergleich der Hospitalisierungsinzidenzen von Grundimmunisierten (geimpft), Geboosterten und Menschen, die bislang noch nicht geimpft sind. Allerdings hat sich der Abstand zwischen diesen Gruppen seit Omikron verkleinert.

So wird die Booster-Lücke geschlossen

Der gelbe Bereich in der Grafik zeigt, wie viele Menschen derzeit eine Auffrischungsimpfung (Booster) laut STIKO-Empfehlung benötigen. Erstimpfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson zählen nicht mehr als Grundimmunisierung.
Daten: Digitales Impfquotenmonitoring des RKI
NaN Mio. Geimpfte
benötigen noch einen Booster
NaN% der Bevölkerung
mit empfohlenem Impfschutz

Der Impfschutz lässt bei allen Mitteln nach. So besteht für weniger Menschen der empfohlene Impfschutz, als die Quote der Grundimmunisierten (zuvor "vollständig Geimpften") zeigt. Die STIKO empfiehlt eine Auffrischung (Booster-Impfung) mit einer dritten Dosis mittlerweile für alle ab zwölf Jahren. Im Herbst 2021 klaffte eine riesige Booster-Lücke (gelber Bereich), die mit einem Impfsprint im November und Dezember zum großen Teil geschlossen wurde. Seit Oktober 2022 sind drei Impfungen nötig, um überhaupt als vollständig geimpft zu gelten. Und für ab 60-Jährige wird generell eine zweite Auffrischung empfohlen, für besonders gefährdete Personen sogar eine dritte.

Impfquoten nach Alter: So sind Jüngere und Ältere geschützt

Anteil geimpfter Menschen nach Altersgruppen im Bundesländervergleich, Quelle: RKI, Stand: 30.11.
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Hinweis, Werte über 100 Prozent: Die Zuordnung zu einem Bundesland erfolgt anhand des Ortes der Impfung. Da in einigen Bundesländern (z.B. Bremen) auch Leute geimpft werden, die nicht dort wohnen, können Impfquoten von über 100 Prozent entstehen.

Da es zum Start der Impfkampagne nicht gleich genügend Impfstoffe für alle gab, wurden Ältere Anfang 2021 zunächst beim Impfschutz vorgezogen - insbesondere Bewohner*innen von Alten- und Pflegeheimen. Im Verlauf der Pandemie waren sie bis zur dritten Welle besonders gefährdet. Die Impfstoffe kamen für die Älteren rechtzeitig. Mit Impfungen war bei ihnen die Zahl der Neuinfektionen deutlich gesunken, wie die Auswertung der Inzidenzen nach Alter zeigt. Nach dem Sommer 2021 haben Infektionen vor allem jüngere Jahrgänge getroffen, die sich erst spät impfen lassen konnten und dazu besonders viele soziale Kontakte haben: die Kinder im Schulalter.

Impfkalender: Tägliche Impfdosen im Zeitverlauf

Vom RKI gemeldete Impfungen pro Tag und Kalenderwoche seit Jahresbeginn in ganz Deutschland, Stand: 30.11.
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Das große Impfen war in Deutschland Anfang 2021 schleppend angelaufen – und die Impfstrategie der EU-Länder und ihrer Regierungen stand in der Kritik: Zu wenig Impfstoff zum Start, zu späte Bestellung und Zulassung, zu schlechte Vorbereitung, zu knausrig beim Einkauf, lauteten die Vorwürfe. Aber Deutschland holte kräftig auf, insbesondere nachdem die Impfpriosierung gefallen war: In den Impfzentren bildeten sich im Juni lange Schlangen von Impfwilligen, in den Praxen wurden Wartelisten abgearbeitet. Mit dem Ende des Sommers geriet die Impfkampagne ins Stocken und nurmit den Boosterimpfungen Ende 2021 vorübergehend wieder in Fahrt. Der Anteil der Ungeimpften bleibt weiter hoch.

Wann welcher Impfstoff verabreicht wurde

Anzahl verabreichte Impfdosen pro Hersteller und Monat: RKI

Verimpft wurde von Anfang an hauptsächlich das Vakzin Comirnaty von Biontech/Pfizer. Dass es für viele auch die erste Wahl bei Boosterimpfungen war, führte zu einem kurzzeitigen Engpass. Allerdings konnte dieser durch Vorräte des Impfstoffs von Moderna ausgeglichen werden. Beide mRNA-Impfstoffe gelten als gleichwertig. Die vektorbasierten Vakzine von Johnson & Johnson und Astrazeneca spielen mittlerweile hierzulande keine Rolle mehr. Mit Novavax kam Ende Februar 2022 ein fünfter Impfstoff in Deutschland an den Start, der eigentlich einige Impfskeptiker überzeugen sollte. Doch die Nachfrage blieb bislang eher gering. Als weitere Alternative für Impfzögerer wurde Ende Juni Valneva in der EU zugelassen.

Der Impffortschritt weltweit - und was wo verimpft wird

Die Karte zeigt die Anzahl verabreichten Impfdosen pro 100 Einwohner*innen im internationalen Vergleich und welche Impfstoffe in den Ländern im Einsatz sind, Quelle: Our world in data
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Nirgendwo wurde Anfang 2021 schneller geimpft als in Israel. Ein zeitiger Einkauf und ein stark digitalisiertes Gesundheitswesen machten es möglich. Doch nach anfänglicher Euphorie stagniert die Impfquote der vollständig Geimpften seit Sommer 2021 bei etwa zwei Drittel Bevölkerung. Viele Länder haben Israel mittlerweile eingeholt und überholt, auch Deutschland. Dass Kuba bei Impfdosen pro 100 Einwohner*innen mittlerweile ganz oben auf der Liste steht, liegt an einem eigenen Impfstoff, der von Anfang an für eine Grundimmunisierung dreimal verabreicht wird.

Mit der fortschreitenden Pandemie beschleunigte sich auch das weltweite Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Russland hat als erstes Land der Welt bereits im August 2020 „Sputnik V“ zur breiten Anwendung zugelassen – begleitet von Kritik am abgekürzten Zulassungsverfahren. Ende 2020 bekam schließlich Comirnaty von Biontech/Pfizer die erste Zulassung nach westlichen Standards.

Auch China und Indien hatten früh eigene Vakzine am Start. Und weitere werden folgen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO listete im November 2022 insgesamt 374 Impfstoff-Projekte weltweit auf. Die Impfstoffe, die bereits auf dem Markt sind, wurden zunächst in den reicheren Ländern verabreicht. Dagegen blieb Afrika lange vielerorts noch immer ein weißer Fleck und hinkt noch immer hinterher.


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Thüringer Allgemeine, 02.02.2021
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